🌳 Der komplette Ratgeber

Eichenholz.
Zeitlos schön.

Alles was du über Eichenholz wissen musst – von den Eigenschaften über die verschiedenen Sorten bis zur richtigen Pflege. Der umfassende Leitfaden.

Was macht Eichenholz so besonders?

Eichenholz zählt seit Jahrhunderten zu den beliebtesten Hölzern in Europa – dank seiner einzigartigen Kombination aus Härte, Beständigkeit und lebendiger Maserung.

660
kg/m³ Rohdichte
3,7
Brinellhärte (HB)
Klasse 2
Dauerhaftigkeit
200+
Jahre Lebensdauer
0,13
W/mK Wärmeleitfähigkeit
~12%
Schwindmass (tangential)

Welche Eichenholz-Sorten gibt es?

Nicht jede Eiche ist gleich. Die wichtigsten Sorten unterscheiden sich in Maserung, Farbe und Verwendungszweck.

Stieleiche (Quercus robur)

Die häufigste europäische Eiche. Kräftige, markante Maserung mit breiten Jahresringen. Vielseitig einsetzbar für Bau, Möbel und Fässer. Wächst relativ schnell und ist gut verfügbar.

Traubeneiche (Quercus petraea)

Feineres, gleichmässigeres Holzbild als die Stieleiche. Langsamer gewachsen, dadurch dichter und hochwertiger. Bevorzugt für edle Möbel, Parkett und Innenausbau.

Räuchereiche / Mooreiche

Durch Räucherung mit Ammoniak oder jahrhundertelange Moorlagerung dunkelbraun bis schwarz gefärbt. Exklusiv und hochpreisig – der Rolls-Royce unter den Eichenhölzern.

Wofür wird Eichenholz verwendet?

Von rustikalen Esstischen bis zu Schiffsbau – Eichenholz ist eines der vielseitigsten Hölzer überhaupt.

🪑

Möbelbau

Esstische, Stühle, Regale, Betten. Eichenholzmöbel sind langlebig, zeitlos und gewinnen mit den Jahren an Charakter.

🏠

Parkett & Dielen

Der Klassiker im Bodenbelag. Eichenparkett ist strapazierfähig, warm und lässt sich in verschiedenen Farbtönen ölen oder lasieren.

🏗️

Konstruktionsholz

Fachwerk, Dachstühle, Treppen. Eichenholz trägt hohe Lasten und ist seit dem Mittelalter bewährtes Bauholz.

🌿

Aussenbereich

Terrassendielen, Fassadenverkleidung, Gartenmöbel. Dank natürlicher Gerbsäure widerstandsfähig gegen Witterung und Pilzbefall.

🍷

Fass- & Weinbau

Eichenfässer verleihen Wein, Whisky und Cognac ihre charakteristischen Aromen. Spessart- und Allier-Eichen sind weltweit begehrt.

🚢

Schiff- & Bootsbau

Historisch das wichtigste Schiffsbauholz Europas. Noch heute im traditionellen Bootsbau für Planken und Spanten im Einsatz.

Was kostet Eichenholz?

Die Preise variieren stark je nach Verarbeitung, Qualität und Herkunft. Hier eine Orientierung.

ProduktPreis pro m²/m³QualitätTypische Verwendung
Schnittholz (roh)800–1.200 €/m³StandardBau, Konstruktion
Möbelholz (gehobelt)1.500–2.500 €/m³AuswahlMöbel, Innenausbau
Eichenparkett40–120 €/m²Je nach SortierungBodenbelag
Terrassendielen55–90 €/m²DauerhaftAussen
Räuchereiche2.500–4.000 €/m³PremiumExklusive Möbel, Parkett
Mooreiche5.000–15.000+ €/m³RaritätenLuxusmöbel, Kunstobjekte

Eichenholz richtig pflegen

6 Tipps für langlebiges Eichenholz

  1. Regelmässig ölen: Innen 1–2× pro Jahr mit Hartöl behandeln. Das hält die Oberfläche geschmeidig und schützt vor Flecken.
  2. Feuchtigkeit vermeiden: Stehendes Wasser sofort aufwischen. Eichenholz verträgt Feuchtigkeit gut, aber Staunässe hinterlässt dunkle Flecken durch die Gerbsäure.
  3. Milde Reinigung: Nur mit leicht feuchtem Tuch und pH-neutralem Reiniger wischen. Keine aggressiven Putzmittel oder Dampfreiniger.
  4. Aussen: jährlich lasieren oder ölen. UV-Schutz-Lasuren verzögern das Vergrauen. Wer die natürliche Silberpatina mag, kann Eichenholz auch unbehandelt lassen.
  5. Kratzer ausbessern: Leichte Kratzer mit feinem Schleifpapier (240er Korn) in Faserrichtung anschleifen und nachölen.
  6. Metallkontakt vermeiden: Eichenholz reagiert mit Eisen (Gerbsäure + Metall = schwarze Flecken). Nur Edelstahl-Beschläge und -Schrauben verwenden.

FAQ zu Eichenholz

Was kostet Eichenholz pro Kubikmeter?
Eichenholz kostet je nach Qualität und Verarbeitung zwischen 800 und 2.500 € pro Kubikmeter. Rohes Schnittholz liegt bei 800–1.200 €, hochwertiges Möbelholz bei 1.500–2.500 €. Raritäten wie Mooreiche können 5.000–15.000 € und mehr kosten.
Ist Eichenholz für den Aussenbereich geeignet?
Ja. Eichenholz hat die Dauerhaftigkeitsklasse 2 und ist damit eines der besten einheimischen Hölzer für den Aussenbereich. Es eignet sich hervorragend für Terrassen, Fassaden und Gartenmöbel. Ohne Behandlung entwickelt es eine silbergraue Patina.
Was ist der Unterschied zwischen Stiel- und Traubeneiche?
Stieleiche (Quercus robur) wächst schneller und zeigt eine kräftige, markante Maserung mit breiten Jahresringen. Traubeneiche (Quercus petraea) wächst langsamer und liefert ein feineres, ruhigeres Holzbild. Für hochwertige Möbel und Parkett wird oft Traubeneiche bevorzugt.
Wie pflegt man Eichenholz richtig?
Innen reicht regelmässiges Ölen mit Hartöl 1–2 Mal pro Jahr. Im Aussenbereich schützt eine jährliche Behandlung mit Holzöl oder UV-Schutz-Lasur. Wichtig: keinen Dampfreiniger verwenden und Kontakt mit Eisenmetallen vermeiden – die Gerbsäure im Eichenholz reagiert mit Eisen und verursacht schwarze Verfärbungen.
Warum ist Eichenholz so beliebt?
Eichenholz vereint Härte (Brinell 3,7), natürliche Langlebigkeit und eine markante, lebendige Maserung. Es ist vielseitig einsetzbar – vom Parkett über Möbel bis zum Aussenbereich – und altert mit einer schönen Patina. Dazu kommt ein jahrhundertealter Ruf als eines der edelsten europäischen Hölzer.
Eiche geölt oder lackiert – was ist besser?
Geöltes Eichenholz fühlt sich natürlicher an, lässt sich lokal ausbessern und betont die Maserung. Lackiertes Eichenholz ist pflegeleichter und widerstandsfähiger gegen Flecken, aber Kratzer lassen sich nur schwer reparieren. Für Möbel und Parkett empfehlen die meisten Experten eine Ölbehandlung.

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